| Liberalkonservative Partei | Neoliberal? Egal! | Der dressierte Mann Seite 1 - Seite 2 |
Manifest einer bürgerlichen
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Tagebuch12.03.02 13.03.02: 20.03.02 "Die Frauen tragen ja mit zum Haushaltseinkommen bei", könnte man einwenden, was aber nur bedingt richtig ist. Denn einerseits wird der Verdienst der Ehefrauen meist als Zusatzeinkommen betrachtet, das sie zur privaten Verfügung haben. Andererseits lehnen es sowohl die Männer als auch die Frauen mehrheitlich ab, die Familie vom Einkommen der Frau abhängig zu machen. Wenn weniger Mütter beruftätig wären, dann wäre der Konkurrenzdruck auf dem Arbeitsmarkt geringer. Die Männer wären weit weniger von Arbeitsplatzverlust bedroht, was die finanzielle Sicherheit der Familien erhöhen würde, aber auch die der noch unverheirateten Männer! Mehr Männer hätten die Möglichkeit, ebenfalls eine Familie zu gründen und Kinder großzuziehen. 21.03.02 Zu den Zeiten als es noch keine Supermärkte gab, als man sich das Gemüse zum großen Teil selbst anbaute, als es noch kein elektrisches Licht, keine Kühl- und Gefrierschränke, keine Waschmaschinen, keine Spülmaschinen und keine Mikrowellenherde gab, waren die Lasten zwischen Männern und Frauen noch relativ gleichmäßig verteilt. Mit dem Aufkommen der Wohlstandsgesellschaft, der fortschreitenden Technisierung des Haushalts und der enormen Verbreiterung des Warenangebots im Einzelhandel wurden jedoch ein Großteil der Arbeiten, die traditionell die Frauen erledigten, wegrationalisiert. Einen Haushalt zu führen ist heute mit weit weniger Arbeit verbunden, als noch vor 150 Jahren, selbst wenn Eltern bzw. Großeltern zu versorgen sind. Während die Männer mit fortschreitender Industrialisierung immer größeren Zwängen, größerem Leistungsdruck und der Angst vor Arbeitslosigkeit ausgesetzt werden, profitieren die Frauen von der modernen Form der geschlechtsspezifischen Arbeitsteilung. Von ihnen wird im Prinzip kaum mehr erwartet, als sich einen möglichst dicken Fisch zu angeln. So lange sie keine Kinder haben gehört es zwar auch für Frauen zum guten Ton, einem Beruf nachzugehen. Im Gegensatz zu den Männern haben Frauen jedoch mit der Tätigkeit als Familienfrau eine Alternative, die nicht nur praktikabel sondern auch gesellschaftlich anerkannt und geachtet ist. Der Beruf Hausfrau und Mutter ist zwar ebenfalls mit Arbeit verbunden, Hausfrauen sind jedoch keinesfalls von Arbeitsplatzverlust bedroht. Wenn sie unter Leistungsdruck stehen, dann meist deshalb, weil sie sich selbst unter Druck setzen und sich etwa an Wettkämpfen um die Stellung als die tüchtigste Hausfrau in Bekanntschaft und Nachbarschaft beteiligen. Berufstätig sind Mütter sehr oft nur deswegen, um sich das Geld fürs Shopping und für den Zweitwagen zu verdienen. Die Frau des erwähnten Vorstandsvorsitzenden braucht anders als er selbst jedenfalls keinen Finger krumm zu machen, wenn sie keine Lust hat. Ich sehe nicht ein, warum ein Mann nicht prinzipiell ebenfalls das Recht haben soll, so in den Tag hineinzuleben, wie viele Frauen es tun. Immer wieder komme ich auf meine Theorie von der Statuszuweisung zurück, die bei Männern mehr an der Leistung festgemacht wird, bei Frauen jedoch tendenziell eher durch Zuschreibung geschieht, durch Herkunft, Aussehen und Charakter. 22.03.02 Das Erbarmunglose an der Erfolgsgesellschaft wird indessen durch den Sozialstaat noch verschärft, weil die hohen Steuern und Soziallasten eine Strukturkrise verursacht haben, die wiederum mit Massenarbeitslosigkeit einhergeht. Mein Ziel war und ist es, von meiner Arbeit zu leben und eine Familie ernähren zu können. Dass dies zur Zeit nicht möglich ist, kann man nicht mir allein anlasten. Das Sprichwort "jeder ist seines Glückes Schmied" gilt in dieser Ausschließlichkeit nur in der freien Marktwirtschaft. Bei uns jedoch stimmten die Rahmenbedingungen nicht: Zu hohe Steuern und Sozialabgaben und ein Übermaß an staatlicher Reglementierung führen zu Sparmaßnahmen bei meinen (potentiellen) Kunden. Es geht die größte Pleitewelle der Nachkriegsgeschichte über uns hinweg. Deutschland ist unter der rot-grünen Regierung wirtschaftlich das Schlusslicht in Europa geworden. 24.03.02 Wenn ich es hinkriege, mein neues Leben nicht nur äußerlich und der Form nach zu leben, sondern auch innerlich und im Einklang mit den Gefühlen, dann ist dies eine ungeheuere Chance für mich. Es ist die Chance, das Schwere und Grüblerische, das mein Leben seit einiger Zeit begleitet, endlich wieder abzustreifen. Auch habe ich beschlossen, mir kein schlechtes Gewissen mehr einreden zu lassen, wenn ich erst um die Mittagszeit im Büro erscheine. Denn für den Rhythmus, den ich für meinen Alltag entwickelt habe, gibt es im Grunde keine sinnvolle Alternative. Es tut mir gut, wenn ich die angespannte Energie und den Adrenalinüberschuss auf dem Weg zum Büro bei einer gepflegten Tasse Capuccino in Tagebuchaufzeichnungen umwandeln kann. Auf diese Weise kann ich mich abreagieren und gleichzeitig an etwas arbeiten, das vielleicht längeren Bestand hat als die Websites, die ich für meine Kunden erstelle. Es kommt mir vor, als ob ich die Berufung habe, meine Zeitgenossen darauf aufmerksam zu machen, dass man sich auch als Mann auf die wahren Werte des Lebens besinnen kann. Gott hat mich jedenfalls mit einer Frau gesegnet, die für meine Gedanken ein erstaunlich großes Verständnis aufbringt. 25.03.02 Mit einem christlichen Ehemann und Familienvater einen Termin auszumachen ist kein leichtes Unterfangen. Spontan geht da meist gar nichts, eher muss Du im Kalender drei bis vier Wochen vorblättern, um endlich ein gemeinsames Zeitfenster zu finden. Ein anderer Bekannter studiert nebenher und ein weiterer hat ganz offiziell im Hauskreis erklärt, dass er keine Kapazitäten mehr frei hat. 26.03.02 Diese innerliche Unruhe macht mich krank. Natürlich ist sie auch das Los eines Selbstständigen und nicht nur das Los eines Mannes. Ich bezweifle jedoch, dass es viele Unternehmerinnen gibt, die in ähnlicher Lage genauso getrieben sind wie ich. Die Mehrzahl ist vermutlich auch ohne Gewinn stolz auf ihre Leistung. Frauen gelingt es meist besser, sich auf ihren Lorbeeren auszuruhen, den lieben Gott auch mal einen guten Mann sein zu lassen. Woher kommt eigentlich mein Bestreben, unter allen Umständen ein nützliches und vor allem arbeitsames Mitglied dieser Gesellschaft sein zu wollen? 27.03.02 Ich für meinen Teil möchte nicht mehr auf das verzichten, was ich als mein Programm bezeichne. Dazu gehört das morgendliche Lesen der Losungen, der Guten Minute von Axel Kühner und eines Bibelabschnitts mit anschließendem Gebet: Wir Christen nennen das Stille Zeit. Weiterhin gehört zu meinem Morgenprogramm ein ausgiebiges Frühstück, bei dem ich die Nachrichtensendung des Deutschlandfunks höre, das Duschen, sorgfältige Pflege der Zähne mit Zahnseide und Zahnbürste und schließlich alle zwei Tage eine Rasur. Für das alles brauche ich so viel Zeit, dass ich nicht vor neun Uhr im Büro bin, obwohl ich unter der Woche fast jeden Morgen um 5.30 Uhr aufstehe. Und dann habe ich noch keinen Blick in die Zeitung geworfen und die Multimediaprospekte noch nicht studiert, was eine große Leidenschaft von mir ist. Und dann habe ich beschlossen, noch eins oben draufzusetzen: Auf dem Weg zum Büro mache ich hin und wieder einen Abstecher in die Bibliothek, lese die Zeitung und schreibe Tagebuch. Auf diese Weise kann ich mich vortrefflich abreagieren und die Adrenalinschübe abbauen, die mich morgens manchmal fast zum Wahnsinn bringen. Auch für den Input durch die Zeitungslektüre ist gesorgt. Wie gesagt, ich bin für das Menschenrecht auf Input und Output, auf Körperpflege und tägliche Gymnastik, auf all das, was man zur Erhaltung von Körper und Geist eigentlich täglich tun sollte, wozu man jedoch abends - realistisch gesehen - meist doch nicht die Zeit und die Kraft findet. Wer sich ein solches Selbstpflegeprogramm nicht vormittags leisten kann, der sollte es sich für den Abend vornehmen, anstatt stundenlang in die Röhre zu gucken. Der Dauerlauf ist zum Beispiel auch so etwas. Ich laufe einmal in der Woche und bin froh, dass ich danach noch in Ruhe frühstücken kann. Das alles billigt man ja auch den Hausfrauen zu, ohne ihnen Faulheit vorzuwerfen - im Gegenteil. Ich plädiere dafür, die Bürozeiten nach hinten zu verlegen und sie um zwei bis drei Stunden zu verkürzen. Berufsarbeit also von 12 oder 13 Uhr bis Abends um 18 oder 19 Uhr, das müsste eigentlich genügen. Im Gegensatz zu den Gewerkschaften schlage ich jedoch eine Arbeitszeitverkürzung unter Verzicht eines Lohnausgleichs vor! Sowohl Wirtschaft und Gesellschaft als auch jeder Einzelne würden davon profitieren, wenn die Berufstätigen innerlich und äußerlich gestärkt in den Betrieb oder ins Büro gehen könnten. Und ehrlicher und effizienter wäre es obendrein, weil die Mitarbeiter dann das Nötige zu Hause und nicht während der Arbeitszeit erledigen würden, sprich Frühstücken, Zeitung lesen, den Blick ins Internet, die Rückengymnastik und, und, und. 28.03.02 Jedenfalls bin ich nicht mehr bereit, mich ausbeuten zu lassen. Ich lehne es ab, für sparsame Unternehmer Websites zum Selbstkostenpreis zu erstellen. Das kann niemand von mir verlangen! Wenn ich keinen vernünftigen Lohn für meine Arbeit erzielen kann, dann widme ich mich eben anderen Dingen. Und der Kampf gegen den Sozialstaat, der am Helfersyndrom leidet, ist allemal ein lohnenswertes Ziel: gegen die Umverteilung von oben nach unten - weil sie Eigeninitiative und Eigenverantwortlichkeit lähmt. Sollte ich in die FDP eintreten? Mal sehen. Fatal am Sozialstaat ist überdies, dass die Menschen durch die Milliarden von Transferleistungen nicht glücklicher geworden sind, sondern eher zu Apathie und Zukunftsängsten neigen. Es regiert das weibliche Prinzip: übertriebene Solidarität, Nachgiebigkeit, Helfersyndrom. Da ist es nicht verwunderlich, dass es auch die Frauen sind, die am meisten von diesem System profitieren. Zum einen deswegen, weil sie den größeren Teil der Sozialleistungen empfangen. Frauen sind durch ihre um rund sieben Jahre längere Lebenserwartung in der Überzahl, vor allem bei den Rentnern. Die Stichworte sind: Rentenversicherung, Krankenversicherung, Pflegeversicherung. Hinzu kommen die alleinerziehenden Mütter sowie die Hausfrauen, die Arbeitslosengeld beziehen, obwohl sie eigentlich gar nicht mehr berufstätig sein wollen. Zum anderen profitieren Frauen auch aus dem Grund stärker vom Sozialstaat als Männer, weil materielle Abhängigkeit und Konsumption von fremden Leistungen der traditionellen Rolle der Frau eher entspricht als der des Mannes. So können Frauen den warmen Regen ohne große Skrupel genießen, während sich Männer als Empfänger von staatlichen Leistungen auf die Dauer gedemütigt fühlen müssen. Wie Nietzsche schrieb: "Denn dass ich den Leidenden leidend sah, dessen schämte ich mich um seiner Scham willen; und als ich ihm half, da verging ich mich hart an seinem Stolze" (Friedrich Nietzsche 1885: Also sprach Zarathustra, 661 KB). 29.03.02 In unserer Blindheit erkennen wir nicht, dass wir fast alle über ein Übermaß an Zeit verfügen können, wie es auch Häuptling Tuavi in dem Buch "Der Papalagi" festgestellt hat. Das Problem, warum wir das Gefühl des Zeitmangels haben, liegt nicht in der Zeit selbst, sonder in der Leistungsgesellschaft, die von uns erwartet, ein bestimmtes Maß an Arbeit in einer vorbestimmten Zeiteinheit zu erledigen. Wir sind so erzogen und sozialisiert, dass es nicht nur auf die Arbeit ankommt, die wir tun, sondern darauf, sie bis zu einer gewissen Frist und damit mit hoher Schnelligkeit und Effizienz zu erledigen. Ich bin der Meinung dass ich genau das schon seit Jahren praktiziere, denn ich lasse keine Möglichkeit aus, meine Arbeit und meinen ganzen Tagesablauf effizienter und zeitsparender zu gestalten. Wenn wir also in einer Leistungsgesellschaft leben würden, dann müsste ich eigentlich von meiner Arbeit gut leben können und ohne Probleme eine Familie ernähren können. Nun ist jedoch unsere Leistungsgesellschaft zur Erfolgsgesellschaft pervertiert. Und Erfolg hat nicht unbedingt der Leistungsfähige, sondern derjenige, der es am besten versteht, sich den sozioökonomischen Verhältnissen anzupassen bzw. sie sich optimal zu Nutze zu machen. Mit dem Aufbau des Sozialstaates wurden auf der einen Seite soziale Härten gemildert und abgefangen, aber auf der anderen Seite entstanden neue Ungerechtigkeiten. Diese werden verschleiert und mit Tabus überzogen, wie zum Beispiel dem Verbot, an der Solidarität mit den Sozialhilfeempfängern und Rentnern zu rütteln. Dass ich das Leitungsprinzip dem Erfolgsprinzip gegenüber vorziehe, liegt auf der Hand, denn ich bin ein Verfechter der Gerechtigkeit im Sinne des Apostel Paulus: "Wenn jemand nicht arbeiten will, soll er auch nicht essen" (2. Tessalonicher 3,10). Vor diesem Hintergrund kann ich es nicht akzeptieren, dass der Staat den Rentnern und Pensionären immer höhere Altersbezüge zubilligt, obwohl sie nichts mehr zum Sozialprodukt beitragen und das Geld zum überwiegenden Teil für Konsumzwecke ausgeben, anstatt es zu investieren. Das Nachsehen haben die Leistungserbringer dieser Gesellschaft: Die Arbeitnehmer, die unter anderem durch die hohen Rentenversicherungsbeiträge von Arbeitslosigkeit bedroht oder betroffen sind, die kleinen und mittleren Unternehmen, die keine Konsumgüter herstellen oder verkaufen, sondern Investitionsgüter produzieren oder Investitionsdienstleistungen erbringen wie zum Beispiel die Internetagenturen. Deren Kunden, die mittelständischen Betriebe, haben auf Grund der hohen Steuern, der hohen Löhne und Lohnnebenkosten oft nicht das Geld, sich vernünftige Webseiten erstellen zu lassen, was für ihren Unternehmenserfolg und für die Prosperität unserer ganzen Wirtschaft eigentlich notwendig wäre. Das Geld wird also den Leistungserbringern weggenommen und denjenigen gegeben, die vorwiegend konsumieren und nicht investieren. Rentner, Pensionäre, Arbeitslose und Sozialhilfeempfänger gehören zu denen, die das Geld verfrühstücken, das dringend für Investitionen benötigt wird, sprich für die Sicherung der Zukunftsperspektiven unseres Landes. Die heutigen Rentner lassen es sich auf Kosten der jüngeren Generationen gut gehen, und das stinkt zum Himmel. Im Prinzip pfeifen sie auf den Generationenvertrag und leben nach der Devise: Nach mir die Sintflut! Hauptsache, die Rechnung geht für sie noch auf und sie genießen weiterhin Höchstrenten bis zu ihrem Tod. Ich gönne ihnen auch die gestiegene Lebenserwartung, schließlich will ich später einmal selbst davon profitieren. Sie sollen ihre Rente bekommen, aber nicht mehr als sie bei Abschluss einer privaten Rentenversicherung beanspruchen könnten. Jedenfalls nicht so viel, dass die Jüngeren das flotte Leben der jungen Alten zwar finanzieren und dafür bluten müssen, selbst aber später kaum mit ausreichenden Rentenzahlungen rechnen können. Keine Generation hat hohe Rentenansprüche verdient, wenn sie nicht genügend Kinder in die Welt gesetzt hat, um diese zu erwirtschaften. Die Riester-Rente ist nur ein kleiner Vorgeschmack auf das, was im Zuge weiterer dringend notwendiger Rentenreformen kommen wird. Schon jetzt zahlen die Leistungserbringer so hohe Rentenversicherungsbeiträge wie nie zuvor, und dennoch sollen sie sich jetzt zusätzlich noch eine private Rentenversicherung zulegen, damit es später einmal für eine bescheidene Rente ausreicht. Wiewohl eine durch sozialistische Umverteilung unverfälschte Leistungsgesellschaft das geringere Übel wäre, habe ich eine bessere Vision: Die Vision von einer Marktwirtschaft, in der es dem Einzelnen freigestellt wird, wie viel er leisten will. In der es keine Berufseintrittsbarrieren wie tariflich gesicherte Mindestlöhne oder Kündigungsschutzgesetze gibt. Dann nämlich könnten sich sowohl Arbeitnehmer als auch Selbstständige aussuchen, ob sie viel oder wenig Leistung erbringen wollen. Sie würden dann eben entsprechend viel oder wenig verdienen. In der Theorie hat ein Unternehmer jetzt schon die Freiheit, sich dem Leistungsdruck unter Hinnahme eines gewissen Lohnverzichts zu entziehen. Die gegenwärtige Strukturkrise, hervorgerufen durch die hohe Staatsquote und die Überregulierung der Märkte, lassen ihm jedoch praktisch keine andere Möglichkeit: Er muss meist arbeiten bis zum Umfallen, um die enormen Widerstände zu überwinden und überhaupt einen Gewinn zu erzielen. Der Sozialstaat ist nicht nur extrem teuer und kontraproduktiv, er schränkt auch die Freiheit des Einzelnen ein, weil man sich in der Mehrzahl der Fälle nur um den Preis großer Entbehrungen selbstständig machen kann. So bleibt uns nur die Alternative, uns in die Tretmühle eines 38,5-Stunden-Angestelltenverhältnisses zu begeben, oft mit dem Zwang, Überstunden zu machen - oder arbeitslos zu sein. Das haben wir übrigens den Gewerkschaften zu verdanken, die Sentimentalität mit Solidarität verwechselt. Sie schnüren uns die Luft ab. Der Sozialstaat ist das Leichentuch unserer Gesellschaft, wie es jüngst in einem FAZ-Kommentar hieß. Er muss auf ein vernünftiges Maß zusammengestrichen werden. 02.04.02 Von dem Gottvertrauen der Jünger Jesu, die mit ihrem Beruf nicht weniger als ihre bürgerliche Existenz aufgegeben haben, um Christus nachzufolgen, sind die Männer in unseren Gemeinden heute weit entfernt. Da sind die Frauen anscheinend mutiger, sie scheinen mehr Gottvertrauen an den Tag zu legen. Vor dem Hintergrund der Geschlechtsrollenverteilung relativiert sich dieser Mut freilich ganz erheblich. Denn sie geben ihren Beruf nur dann bereitwillig auf, wenn sie entweder durch ihren Ehemann oder von Vater Staat alimentiert werden, was mit der Rolle der Frau nach wie vor wunderbar zu vereinbaren ist. Ich möchte mich so weit wie möglich befreien von diesen ganzen gesellschaftlichen Zwängen. Nicht weil ich die Gesellschaft für überflüssig erachte, sondern deswegen, weil alles seine Grenze hat. Der Druck, der auf uns Männer ausgeübt wird, möglichst erfolgreich zu sein und möglichst schnell, effizient und lange zu arbeiten, der ist weder gerecht noch notwendig. Gerecht ist er nicht, weil nur die Frauen die gesellschaftlich geachtete Alternative haben, Hausfrau und Mutter zu werden. Und notwendig ist er nicht, weil wir auch mit einem niedrigeren Einkommen über die Runden kommen würden. Wahrscheinlich wären wir sogar glücklicher. Von den Hausfrauen und Müttern wird zwar Arbeit erwartet, aber keine Leistung. Sie sind weder für ihre Kinder noch für ihren Mann so einfach zu ersetzen und werden eben nicht auf die Straße gesetzt, wenn sie nicht effizient arbeiten. Das, was ein Mann in dieser Gesellschaft auf Gedeih und Verderb erbringen muss, ist im Unterschied zur Frau also nicht die Arbeit, sondern Leistung, Erfolg und das damit verbundene Einkommen. Arbeiten müssen alle, wiewohl es weit mehr wohlhabende Frauen als Männer geben dürfte, die es sich leisten können, nicht zu arbeiten, sondern ihre Zeit auf Vernissagen, in den Einkaufszeilen der Großstädte, in der Sauna oder im Swimmingpool zu verbringen. Notwendig ist dieser gesellschaftliche Leistungs- und Erfolgsdruck, den ich in meiner Situation der "versteckten Arbeitslosigkeit" ganz besonders schmerzlich empfinde, deswegen nicht, weil er einzig und allein zur Aufrechterhaltung unserer materialistischen Gesellschaft dient. Denn zur Erwirtschaftung der wirklich lebensnotwendigen Güter und Dienstleistungen würde eine Marktwirtschaft ausreichen, in der zwar Arbeit verlangt wird, aber nicht unbedingt Leistung und Effizienz. Mit ein Grund, warum ich dafür bin, den Sozialstaat radikal auf das wirklich Notwendige zusammenzustreichen. Denn Rationalisierungsdruck und Leistungsdruck wären weit geringer, wenn es keine Tariflöhne, geringere Lohnzusatzkosten und keine Kündigungsschutzgesetze gäbe, die übrigens vor allem den Arbeitsplatzbesitzern zu Gute kommen. In einer wirklichen Marktwirtschaft hätte jeder die Chance, sich frei zu entscheiden, ob er viel oder wenig leisten will, viel oder wenig verdienen will, wie es in den USA verwirklicht ist. Dass es dort große soziale Unterschiede und bittere Armut gibt, ist kein gutes Argument gegen die reine Marktwirtschaft. Die Probleme in den USA können ihre Ursache in Mentalitätsunterschieden zwischen den Angehörigen verschiedener Rassen und in dem Umstand haben, dass es sich um einen Vielvölkerstaat handelt. 03.04.02 Für mich besteht kein Zweifel, dass es eine gefallene Welt ist, eine Welt, die der Erlösung durch Christus bedarf. Eine Welt, die wie ein verzogenes Kind verzweifelt nach Grenzen und nach einem Weg aus der Krise schreit. Ich bin froh, dass mich Jesus da rausgeholt hat: Aus dem ewigen Kreisen um mich selbst, aus der Orientierungslosigkeit, aus der Gottlosigkeit und der Angst. Zwar ist die Menschenfurcht immer noch eines meiner größten Probleme, doch Jesus steht mir bei, wenn ich versuche, ihr Mut und Gottesfurcht entgegenzusetzen. Er hat mir einen Sinn für mein Leben gegeben, der über meinen kleinen Horizont hinausgeht, und mich von mir selbst befreit. Er hat alles daran gesetzt, dass ich vor Gott bestehen kann und erinnert mich zum Beispiel in der Stillen Zeit daran, dass ich in ihm auf jeden Fall einen verlässlichen Freund habe. Dass ich im Notfall auch allein auf einer abgelegenen Insel leben könnte, ohne den Verstand zu verlieren. Der Held in dem Film "Verschollen" ist zwar letztlich doch wieder in die Zivilisation zurückgebracht worden, doch genau wie in seinem Leben auf der einsamen Insel hat er seinen besten Freund verloren. Hier war es der mit Gesichtszügen bemalte Ball, dort war es seine Verlobte, die inzwischen einen anderen geheiratet hatte. Wäre er Christ gewesen, hätte er in beiden Situationen Jesus als seinen Freund und Bruder gehabt. Dass der Glaube an Christus und das Zwiegespräch mit ihm für
einen Menschen diesseits des Todes nicht das Einzige ist, das wird mir
fast jeden Tag schmerzlich bewusst. Mein Bedürfnis nach menschlicher
Anerkennung zum Beispiel zeugt davon. Mein Hang zur Menschengefälligkeit,
meine innere Unruhe, wenn ich nicht ein den Normen entsprechendes Leben
führe. Wenn ich erst Mittags ins Büro gehe und mich morgens
zunächst einmal um meinen Körper und um meinen Geist kümmere.
04.04.02 Die Frauenemanzipation hat uns in den vergangen Jahrzehnten praktisch nur Probleme gebracht, die aufzuzählen Bände füllen würde. Ein Großteil dieser Probleme hängt damit zusammen, dass heutzutage kaum jemand mehr Zeit für den anderen hat, nachdem den Frauen Beruf, Geld verdienen und Geld ausgeben immer wichtiger wird. Nicht einmal für die eigenen Kinder ist genügend Zeit da, seitdem nun auch die Mütter die Welt durch die männliche Brille sehen, wonach berufliches Einkommen der einzige Weg zu gesellschaftlicher Anerkennung sein soll. Durch die weibliche Brille würden sie die Welt mit anderen Augen sehen. Sie würden bemerken, dass Hausfrauen und Mütter den Kindern Geborgenheit und Liebe schenken, ihnen einen geschützten Raum zur Entwicklung zu einer stabilen und leistungsfähigen Persönlichkeit schaffen. Die Erziehung der Kinder und ihre behutsame Heranführung an die Erfordernisse und Gefahren des modernen Lebens ist Brachland für unsere Gesellschaft und daher die größte Herausforderung, die größte Aufgabe, die wir zu vergeben haben. Es ist nicht wahr, dass Mütter für die Erziehungsarbeit keine gesellschaftliche Anerkennung bekommen. Und es wird auch nicht dadurch wahrer, dass es in den Medien immer wieder durch die Gebetsmühlen gedreht wird. Die Anerkennung von Hausfrauen und Müttern ist auf eigenes Einkommen nicht angewiesen, sie geschieht beim Bäcker an der Theke, auf dem Spielplatz, bei der Begegnung mit Bekannten und Verwandten. Oft sind Mütter sogar höher angesehen als Karrierefrauen, die bisweilen noch nicht einmal den passenden Mann finden. 05.04.02 Gegen alle Widerstände will ich dieses gesegnete Leben auch leben und auskosten. Es hat etwas Tragisches, dass ich zwischenzeitlich fast krank geworden bin, weil mein Ehrgeiz mich zu immer neuen Leistungen angestachelt hat. Diese Sucht nach Anerkennung und Erfolg kommt von unten und gehört auf den Müllhaufen meines Lebens. Das Fatale ist jedoch, dass dieser Wille oft nicht lange anhält. Auch wenn ich ihn am Vormittag noch in der Landesbibliothek in den Palm schreibe - nachmittags im Büro bin ich dann meist wieder fieberhaft am arbeiten, als ginge es darum, die "verlorene Zeit" wieder einzuholen. Sollte ich in Seelsorge gehen oder vielleicht sogar zum Psychotherapeuten? Nein. Ich gehe davon aus, dass es sich nicht nur um mein eigenes privates Problem handelt. Es ist das Problem des Mannes, der zum Macher erzogen wird und der sehr bald den Erwartungsdruck der Gesellschaft verinnerlicht. Wie der Philosoph José Ortega y Gasset sagte, tut er unbewusst alles, was er tut, um den Frauen zu gefallen. In den ersten Lebensjahren lernen Buben und Mädchen, es der Mutter recht zu machen als der ersten und wichtigsten Bezugsperson. Als Erwachsenen ist es den Männern zusätzlich darum zu tun, der Ehefrau, Freundin oder Angebeteten zu gefallen. Auch vor dem Hintergrund dieser These ist das Gefasel von der Unterdrückung der Frau so widersinnig. Die Behauptung widerspricht allem, was man beobachten kann, wenn man mit offenen Augen durch die Welt geht. Sie widerspricht zum Beispiel der Etikette, die das "Ladys first" vorschreibt. Das wichtigste Argument der Frauenbewegung, wonach die Frauen im Berufsleben benachteiligt und in den Chefetagen unterrepräsentiert sind, ist leicht zu entkräften. Es gibt eben nicht nur das Berufsleben sondern auch Privatleben, Familie und Verwandtschaft, die sowohl für Frauen als auch für Männer den Dreh- und Angelpunkt des Lebens darstellen. Wenn die Feministinnen ständig nur die Ungleichheit im Berufsleben heranziehen, dann sehen sie die Welt paradoxer Weise einseitig aus der Sicht des Mannes. Denn nur für den Mann bilden Beruf, Leistung, Erfolg und Verdienst einen weiteren zentralen Lebensbereich, und zwar deswegen, weil er sich seinen gesellschaftlichen Status zum überwiegenden Teil erarbeiten muss. Die Frau jedoch bekommt ihren Status und ihre Stellung tendenziell eher per Zuschreibung zugewiesen, also Kraft Ihres Aussehens und/oder ihrer Persönlichkeit, ihrer Herkunft und der Stellung Ihres Ehemannes. Dem entsprechend sieht sie die Welt nicht in erster Linie durch die berufliche, sondern eher durch die private und familiäre Brille. Aus der Sicht der Frau sind die Frauen keineswegs minderprivilegiert, im Gegenteil. Sie werden geachtet und geehrt, manchmal sogar verehrt und mystifiziert. Das Weib umgibt sich gern mit der Aura der Unergründlichkeit. Im tiefsten Grunde seiner Seele wird man jedoch selten etwas Weltbewegendes finden. Die Frauen stehen unter dem besonderen Schutz der Männer und der von den Männern dominierten Gesetzgebung. Wenn sie einen Fehler machen, dann wird er ihnen meist nicht zugerechnet, weil es ja immer die Umstände sind, welche die Frauen dazu treiben. Dass viele Frauen selbst das Lied von der Unterdrückung singen, hat unter anderem mit dem Umstand zu tun, dass Frauen sich leicht von Demagogen und Zeitströmungen beeinflussen lassen. Das Hauptmotiv dürfte unbewusst sein, die gegenwärtigen Verhältnisse zu zementieren, von denen die Frauen in Wirklichkeit ja eher profitieren. Während die Öffentlichkeit gegen alle Beobachtung das Bild von der unterdrückten Frau zeichnet, stelle ich fest: Wenn überhaupt ein Geschlecht unterdrückt ist, dann eher das männliche. Eigentlich hätte der Mann also ein Interesse, die Verhältnisse in seinem Sinne zu ändern, den Leistungsdruck abzubauen. Subjektiv ist er (maßgeblich von Frauen) so erzogen worden, auf keinen Fall weinerlich zu sein oder sich als Opfer hinzustellen. Die bestehenden Verhältnisse werden also durch die Kampagne der Frauenbewegung insofern stabilisiert, als es dem Mann entsprechend seiner Rolle schmeichelt, wenn er zum Täter gemacht und zum Gewinner einer Unterdrückungssituation. Und dass die Frauen zu Verlierern und Unterprivilegierten gemacht werden, braucht diese deswegen nicht sonderlich zu stören, weil Opfermentalität und Jammern mit der Rolle der Frau weit besser zu vereinbaren sind. 07.04.02 Das alles ist jetzt gegeben! Es nervt auch keine aufdringliche Musik und keine Unterhaltung, bei der ich unfreiwilliger Zuhörer bin. Ein labiles Gleichgewicht, das schon im nächsten Moment aus dem Ruder laufen kann! Nein, Spaß beiseite, ich bin wirklich happy. Zu meinem Hochgefühl hat auch das Gespräch mit Sandra beigetragen, mit der man wirklich trefflich debattieren und philosophieren kann! Es ist immer wieder frappierend wie meine Stimmung steigt, wenn ich mich wieder gut mit jemandem unterhalten konnte. Dabei kommt es gar nicht einmal auf die Übereinstimmung der Meinungen an. Nein, was mir gut tut, ist wenn mir jemand wirklich zuhört und sich auf ein ernsthaftes Gespräch mit mir einlässt. Und wenn er dann nicht mittendrin kneift, wie es Martin kürzlich getan hat, als er mich mit meinen guten Ratschlägen und revolutionären Ansichten einfach stehen gelassen hat. Das kratzt natürlich am Selbstbewusstsein. Auf der anderen Seite mache ich mir selbst das Leben schwer durch meinen ungestillten Geltungsdrang, meine nicht auszurottende Ehrsucht. Das ist natürlich und gehört zum Menschsein dazu, mag man einwerfen, was ja richtig ist. Doch könnte ich weit ausgeglichener sein, wenn ich nicht diese übertriebene Menschenfurcht an den Tag legen würde. Wenn ich mich an Paulus halten würde: "Weder Tod noch Leben, weder Engel noch Dämonen, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, noch irgendwelche Gewalten, weder Himmel noch Hölle oder sonst irgend etwas können uns von der Liebe Gottes trennen, die er uns in Jesus Christus, unserem Herrn, bewiesen hat." (Römer 8,38). Niemand kann mir die Liebe Jesu verwehren, selbst dann nicht, wenn ich aus irgendwelchen Gründen im Gefängnis lande. Und wenn mich Ruth eines Tages verlassen sollte, dann bin ich immer noch eingebettet in Gottes unendliche Liebe. Auch der Status eines Sozialhilfeempfängers sollte mich nicht schrecken, denn falscher Stolz ist dem Herrn ein Greul. Unser Pastor hat ganz richtig heute in der Predigt auf mein Zeugnis von vergangenem Sonntag geantwortet: Jesus nimmt sich ganz besonders der Schwachen an, denn Gottes Kraft ist in den Schwachen mächtig! Es war ein schöner Gottesdienst und der Lobpreis war ein Vorgeschmack
auf den Himmel, auf die Zeit, wenn wir alle bei Gott sein werden, ob wir
uns hier auf Erden grün waren oder nicht. Keine Zusatzpredigten haben
von den musikalischen Gebeten abgelenkt, jeder konnte sich auf die Anbetung
Gottes, des Höchsten, konzentrieren. Auch wurden die Lieder nicht
durch einen schon während der letzten Strophe auf die Bühne
tretenden Moderator oder Prediger entwertet. Nein, dieser wunderschöne
Tag heute zeigt mir, dass es Gott eben doch gut mit uns Menschen meint.
Dass das Leben unglaublich schön sein kann, und dass es sich lohnt,
es in jeder Falte auszukosten, bis zum letzten Tropfen auszutrinken. "Könnt
ihr den Wein trinken, den ich trinken werde" hat Christus einmal
seine Jünger gefragt. Ich glaube nicht, dass ich es könnte,
aber ich will den Wein trinken, den mir Jesus einschenkt - bis auf den
letzten Tropfen und bis zur bitteren Neige. Ich will aufhören darüber
nachzudenken, dass es wünschenswert wäre, mich mal wieder bei
meinen alten Freunden zu melden, sondern es auch tun. 08.04.02 Was auf jeden Fall festzuhalten bleibt, ist die Frage, wie man es anstellt, der Vereinnahmung durch die Leistungs- und Erfolgsgesellschaft zu entgehen. Die Antwort lautet: Durch Gespräche. Wer offen mit seinen Mitmenschen redet anstatt sich von vermeintlichen Erwartungen zermürben zu lassen, der hat eine reelle Chance, seinen Lebenstraum zu leben, die Lebenslast bei Jesus abzugeben: "Kommt alle her zu mir, die ihr euch abmüht und unter eurer Last leidet! Ich werde euch Frieden geben. Nehmt meine Herrschaft an und lebt darin! Lernt von mir! Ich komme nicht mit Gewalt und Überheblichkeit. Bei mir findet ihr, was euerm Leben Sinn und Ruhe gibt. Ich meine es gut mit euch und bürde euch keine unerträgliche Last auf", sagt Jesus in Matthaus 11, Verse 28 bis 30. Die wichtigsten Gesprächspartner waren außer Ruth mein Vater, meine Mutter sowie meine Schwiegereltern. Aus diesen Gesprächen hatte sich ergeben, dass die Erwartungen, ich möge doch endlich erfolgreich sein um Ruth etwas bieten zu können, zwar höchst real sind. Ich bemerkte aber auch, dass der Druck durchaus nicht so groß ist, wie ich ihn mir ausgemalt hatte, als wir über solche Themen noch den Mantel des Schweigens legten. So bestätigt sich einmal mehr, dass Reden weiterhilft. Es trägt dazu bei, die tatsächlichen Erwartungen der Menschen heraus zu bekommen und von den oft übertriebenen Erwartungserwartungen zu unterscheiden. Das baut Stress ab und hilft uns, die richtigen Entscheidungen zu treffen und Prioritäten zu setzen. 10.04.02 Ja, das ist ein gute Metapher: Die Männer müssen sich ihre Anerkennung durch Leistung verdienen, beinahe würde ich sagen erkaufen. Die Frauen kriegen dagegen zwar oft weniger Anerkennung und Bestätigung, aber sie bekommen sie in den Schoß gelegt! Sie werden mehr um ihrer selbst willen geliebt und nicht so sehr auf Grund ihrer Leistung. So manche Feministin beklagt den geringen Anteil von Frauen in Führungspositionen und wartet insgeheim doch nur auf den richtigen Mann, der ihr Kinder schenkt und sie von ihrem Leben als Karrierefrau erlöst. Hausfrauen beschweren sich, dass ihre Männer so spät nach Hause kommen und dann immer noch nicht abschalten können. Gleichzeitig können es selbst Mütter mit kleinen Kindern kaum erwarten, wieder ins Berufsleben einzusteigen. Auf diese Weise machen sie den Männern in zunehmenden Maße Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt, was diese wieder dazu nötigt, Überstunden zu machen und sogar Arbeit mit nach Hause zu nehmen. So gibt es auf der einen Seite Doppelverdiener-Ehen und Frauen, die letztendlich nur aus Langeweile berufstätig sind, auf der anderen Seite Männer, die keine Frau finden, weil sie arbeitslos sind oder als Selbständige und Freiberufler zu wenig verdienen! Das stinkt zum Himmel, jedoch scheinen die Politiker nicht den Mut für unpopuläre Maßnahmen aufzubringen. Ein erster Schritt wäre die Abschaffung des Ehegattensplittings (zum Ausgleich sollten die Kinderfreibeträge erhöht werden). Das Problem dabei ist: Würde das Doppelverdienertum steuerlich nicht länger gefördert, würde eine Regierungspartei, die solches vorschlägt, bei den nächsten Wahlen abgelöst. Die verheirateten Frauen haben kein Interesse an einer gerechten Lösung, weil sie vom Status Quo profitieren. Ihr Frauen braucht Euch allerdings nicht einzubilden, dass Euch die verstärkte Hinwendung zur Berufstätigkeit etwas bringt. Denn die langfristigen Folgen werden auch für Euch katastrophal sein: Karrierefrauen haben es schon heute schwer, einen Mann zu finden. Vor dem Hintergrund der von Männern wie Frauen hochgehaltenen Geschlechtsrollenpolarität muss es ja einer sein, der noch mehr verdient, der eine noch bessere Stellung hat. Die Konkurrenz durch die Frauen auf dem Arbeitsmarkt und die Strukturkrise unserer von einem überfetteten Sozialstaat strangulierten Marktwirtschaft macht es Männern jedoch immer schwerer, den Erwartungen der Frauen gerecht zu werden. Die soziale Kälte wird zunehmen, weil jetzt auch die Frauen keine Zeit mehr für ihre Mitmenschen haben, nicht einmal mehr für ihre eigenen Kinder. Mütter, denen die Reifung und Entwicklung ihrer Kinder es nicht wert war einige Jahre auf berufliche Anerkennung zu verzichten, werden sich später mit Vorwürfen ihrer Kinder konfrontiert sehen, und das zu Recht. Wenn sich die Kinder bis dahin nicht schon umgebracht haben oder den Kontakt zum Elternhaus abgebrochen haben weil sie in die Drogen- und Kriminellenmilieus abgedriftet sind oder als Penner auf der Straße gelandet sind. Vielleicht werden die Frauen dann irgendwann merken, dass sie in die Irre gegangen sind, dass sie die Chance auf ein erfülltes Leben als Hausfrau und Mutter gegen eine mittlere Vorhölle eingetauscht haben. Denn kein überdurchschnittlicher Verdienst, kein dicker BMW auf der Straße und keine noch so schöne Luxusreise kann die Vernachlässigung in den entscheidenden Jahren eines jungen Menschen ungeschehen machen. Die Kinder- und Jugendkriminalität wird weiter steigen, weil immer weniger Kinder in die Geborgenheit eines intakten Ehe- und Familienlebens hineingeboren werden. Statt dessen müssen immer mehr Kinder und Jugendliche erleben, dass der Vater aus der Familie "entlassen" wird, dass ein neuer Partner an seine Stelle tritt, und wenige Jahre später vielleicht wieder einer und wieder einer. Eine Rückwärtsentwicklung in die bereits überwunden geglaubte Stufe der matrilinealen Gesellschaft, wie Horst Jürgen Helle sagt. In eine frauenzentrierte Gesellschaft, in der Männer zwar noch zur Geldbeschaffung und zur Befruchtung gebraucht werden, dann aber zu Vätern auf Zeit degradiert werden. Sie dürfen Ernährer der Familie sein, und müssen selbst dann noch zahlen, wenn die Mütter sie wegen eines anderen Mannes verlassen haben. Vermutlich trifft auf eine ganze Reihe alleinerziehender Mütter das Klischee von der verlassenen Ehefrau ganz und gar nicht zu. Bewusst oder unbewusst spekulieren viele darauf, im Zweifel eben Unterhaltsgeld zu beziehen und sich ansonsten vom Vater Staat alimentieren zu lassen.
Ich hatte mich entschlossen, die Ausstellung "Rolf Escher - Bücherzeiten" ebenfalls noch mitzunehmen. Erhabene Ruhe strahlen die von Escher gezeichneten Bibliotheken längst vergangener Zeiten aus. Die abgewetzten Folianten erinnern uns an die Vergänglichkeit aber auch an die Größe der alten Zeit. So viel Wissen, das in den Bücherregalen und jetzt auch im Internet schlummert! Es wartet geradezu darauf, von uns Menschen entdeckt und genutzt zu werden. Ein weiterer Grund dafür, dass ich nicht mehr bereit bin, mir wegen meines ausbleibenden Erfolgs als Unternehmer Gewissensbisse einflüstern zu lassen. Ich lasse mich nicht mehr reduzieren auf einen potentiellen Ernährer einer Familie, auf den Berufsmenschen, der sich ohne Widerrede dem Leistungsdruck ergibt. Vor allem deswegen nicht, weil diese Leistungs- und Erfolgsgesellschaft allerorts Verderben und psychisches Elend hervorbringt. Ein Beispiel: Eines unserer großen Ziele scheint es derzeit zu sein, mehr Ganztagesschulen und Ganztageskindergärten einzurichten. Von der verlässlichen Grundschule ist die Rede. Okay, dafür bin ich auch. Wenn jedoch schon die Allerkleinsten mit zwei Jahren in der Kinderkrippe oder bei einer Tagesmutter abgeliefert werden, dann fehlt ihnen an diesem Tag die Familie, die doch durch nichts zu ersetzen ist! Wenn die Mütter und Väter ihre Kinder dann am späten Nachmittag abholen, bleibt bis zum Ins-Bett-Gehen weiß Gott nicht mehr viel Zeit. Eine gute Erziehung und Wertevermittlung ist jedoch ohne ein Mindestmaß an Zeit für die Kinder nicht zu gewährleisten. Werte und Normen werden nicht nur durch Worte vermittelt sondern auch durch Vorleben im Familienalltag, durch das gemeinsame Durchleben von Situationen, das wichtige Lernprozesse ermöglicht. Kein Zweifel, unsere Gesellschaft ist im Niedergang begriffen. Nicht nur wird in Deutschland mit durchschnittlich 1,3 Kindern pro Frau zu wenig Nachwuchs in die Welt gesetzt. Eine Geburtenrate von 2.2 Kindern würde zur Erhaltung der Bevölkerungszahl ausreichen. Nein viele Eltern kommen noch nicht einmal der Pflicht zur liebevollen Annahme und Erziehung dieses einen Kindes nach, das sie in die Welt gesetz haben. Sie sehen die Größe der Aufgabe nicht, sehen nicht, dass das schlimmste Defizit unserer Gesellschaft darin besteht, dass es unzählige Eltern offensichtlich nicht mehr schaffen, ihre Kinder zu stabilen und gesunden Persönlichkeiten zu erziehen. Aus Kindern werden Leute. Wie schön wäre es, wenn diese Leute nicht so verschlossen wären, wie sie teilweise sind. Wie schön wäre es, wenn es nicht immer mehr unbeherrschte Autofahrer, aggressive Kneipengänger, Schwarzarbeiter, Betrüger, Kriminelle, Drogenabhängige, psychisch Kranke und Selbstmordkandidaten gäbe. Die Staatsquote könnte dramatisch sinken, und alle hätten mehr Geld in der Tasche. Statt dessen muss ich zum Beispiel einen Teil meiner Zeit damit verbringen, mein Fahrrad anzuketten, damit es nicht von einem dieser Kids gestohlen wird. Von einem dieser Kids, das wie wir alle einmal als Baby in die Welt gekommen ist. Und was haben die Eltern aus ihrer Chance gemacht? Nichts. Sie haben versagt. Und dafür haben sie auch noch Kindergeld und Kinderfreibeträge bekommen und kriegen heute auch noch Erziehungszeiten bei der Rentenversicherung anerkannt. 12.04.02 Der Staat nimmt uns die Luft zum Atmen. Mir und Ruth persönlich nicht in erster Linie deswegen, weil wir hohe Steuern und Abgaben zu zahlen haben, das hält sich bei uns in Grenzen. Nein vor allem deshalb, weil meine (potentiellen) Kunden auf Grund der hohen Lohnkosten und Lohnzusatzkosten oft kein Geld für eine vernünftige und gut gepflegte Website haben. Das ist der Grund warum es so schleppend vorangeht mit dem Ausbau des Internet. Es ist einfach nicht genügend Geld dazu da! Freilich auch kein ausgeprägtes Qualitätsbewusstsein, was die Voraussetzung für mutige Investitionen in das Web wäre. Dennoch sehe ich diesen Zusammenhang: Das Geld wird meinen Kunden aus der Tasche genommen, um es Sozialhilfeempfängern und Rentnern zu geben, um es den Bauern und den Kumpeln in Nordrheinwestfalen und im Saarland zu überlassen. Mit dem Geld wird dafür gesorgt, dass auch in Zukunft noch Bergmänner ausgebildet werden, obwohl Kohle im Ausland weit billiger zu haben ist. Besser wäre es, den notwendigen Strukturwandel nicht durch die Milliardensubventionen künstlich herauszuzögern und die nicht mehr finanzierbaren Arbeitsplätze in den Industrien des 18. und 19. Jahrhunderts einfach über einen Einstellungsstopp abzubauen. Aber nein wir halten an dieser falsch verstandenen Solidarität fest, Sentimentalität so weit man schaut. Die Bergbausubventionen von drei Milliarden Euro im Jahr werden zwar nach und nach reduziert, bleiben uns aber noch für viele Jahre erhalten. Die Agrarsubventionen machen fast die Hälfte des EU-Haushalts aus, obwohl die Landwirtschaft nur noch wenige Prozent zum Sozialprodukt beiträgt. Die sozialstaatliche Umverteilungspolitik ist so teuer geworden, dass sie krasse Ungerechtigkeiten produziert. Sozialfälle zuhauf werden dadurch geschaffen, dass es in den Familien schon fast zum Normalfall geworden ist, bei den geringsten Schwierigkeiten den Ehemann und den Vater der Kinder zu entlassen. Auch hier hat der Staat seine Finger im Spiel, denn er springt im Scheidungsfall bereitwillig ein und gewährt der alleinerziehenden Mutter als "Vater Staat" in Form von Sozialwohnungen, Wohngeld, Sozialhilfe und durch das Eintreiben von saftigen Unterhaltszahlungen ein nicht zu verachtendes Einkommen. Hat hier schon jemand die Einhaltung des Lohnabstandgebotes angemahnt? Nicht wenige Alleinerziehende stehen besser da als in der Zeit, als sie noch Teil einer intakten Familie waren. Die Entlassenen hingegen stehen im Regen. Sie bekommen mitunter bis aufs Existenzminimum alles abgenommen. Für einen Mann ist ein ausreichendes Einkommen jedoch Bestandteil seiner Geschlechtsrolle! Er wird es schwer haben, eine neue Frau zu finden, denn die will ja ebenfalls alimentiert sein, spätestens dann wenn weitere Kinder kommen. An sich ist es ja richtig, dass die Frau und das Kind Unterhaltszahlungen bekommen. Es kann jedoch nicht angehen, dass die Mutter danach mehr Geld zur Verfügung hat als der Vater. Auch ist es nicht gerecht, dass es immer noch meist die Mütter sind, denen die Scheidungsrichter die Kinder zusprechen, selbst wenn die Beziehung zum Vater viel tiefer war. Unser "modernes" Scheidungsrecht macht es möglich, dass eine Frau die Ehe als zerrüttet bezeichnet, nur weil sie einen besseren Mann gefunden hat, der vielleicht zahlungskräftiger ist. Der erste Mann wird entlassen, als Taugenichts und Tunichtgut verunglimpft und den Kindern entfremdet. Und selbst wenn die Frau ihren neuen Macker heiratet und mit ihm zusammen wohnt, dann kann sie die Alimente des ersten Mannes kassieren. Wenn das nicht eine komfortable Position ist! Selbst die Einhaltung der beim Amtsgericht ausgehandelten Besuchsregelungen ist letztlich der Mutter anheim gestellt, so dass viele Väter sie erst über jahrelange Gerichtverfahren erstreiten müssen. Bis zum Ende des Prozesses ist der Vater für die Kinder dann endgültig ein Fremder. Ich möchte nicht wissen, wie viele Kriminellen- und Pennerkarrieren genau so begonnen haben. Wir Männer müssen die Zusammenhänge durchschauen und dürfen uns nicht mehr jeden Schuh anziehen. Vor allem sollten wir uns nicht auf die Rolle des Finanziers reduzieren lassen. mehr unter www.neoliberal-egal.de und www.liberalkonservative.de |
Literatur, Filme und CD's:
Presse-Artikel und andere Medien:Esther Vilar im Februar 1975 in einer Fernsehdiskussion mit Alice Schwarzer Wenn Frauen die Familie ernähren - Sat.1-Comedy über den totalen Rollentausch Reinhard Mey: Annabelle (1972) Helge Schneider: Der Meisenmann Ich & Ich - Einer von Zweien Gewalt und Missbrauch durch Frauen - Beitrag von Karin Jäckel im Deutschlandradio Kultur Das Philosophische Quartett, am 17.10.2010 im ZDF: Der Soziologe Gunnar Heinsohn bei Peter Sloterdijk über die Kosten der deutschen Zuwanderungspolitik und die Gründe für den Bevölkerungsrückgang (siehe auch sein Beitrag in der FAZ vom 25. Juni 2010) Vortrag von Gabriele Kuby zur Gender-Mainstreaming-Ideologie (2007) Ex-Gleichstellungsbeauftragte Monika Ebeling im Focus vom 25.07.11: Stoppt
endlich die Geschlechterapartheid Friedrich Nietzsche: Von alten und jungen Weiblein; Von Kind und Ehe; über die Emanzipation des Weibes (Nr. 5) Arthur Schopenhauer: "Über die Weiber" (Kapitel 27 aus Parerga
und Paralipomena, Teil 2 Das geschwächte Geschlecht - Emanzipation, nächste Stufe: Gegen die Benachteiligung und Abwertung von Männern formiert sich eine neue Bürgerrechtsbewegung (FOCUS 04.10.2008) Die Natur der Macht - Sind Frauen von Geburt an weniger an Geld und Karriere interessiert? (DER SPIEGEL 39/2008 vom 22.09.2008)
Weitere Hyperlinks:IG Antifeminismus
- Pro Gleichberechtigung Väteraufbruch für Kinder - für eine aktive Vaterschaft nach Trennung und Scheidung Die Familie und ihre Zerstörer - ein internetbasiertes Buchprojekt Portal zur Kritik
des Gender-Mainstreaming-Konzepts (Christl Ruth Vonholdt, Offensive
Junger Christen e.V.) familyfair.de - Online-Magazin für Familien u. a. mit Beiträgen von Eva Herman Kinder in Gefahr - Deutsche Vereinigung für eine Christliche Kultur e.V. Manndat e.V. - Geschlechterpolitische Initiative Wissens-Datenbank über Benachteiligungen von Jungen und Männern
"Ihr alle kennt die wilde Schwermut, die uns bei der Erinnerung an Zeiten des Glückes ergreift. Wie unwiderruflich sind sie doch dahin, und unbarmherziger sind wir von ihnen getrennt als durch alle Entfernungen. Auch treten im Nachglanz die Bilder lockender hervor; wir denken an sie wie an den Körper einer toten Geliebten zurück, der tief in der Erde ruht und der uns nun gleich einer Wüstenspiegelung in einer höheren und geistigeren Pracht erschauern läßt. Und immer wieder tasten wir in unseren durstigen Träumen dem Vergangenen in jeder Einzelheit, in jeder Falte nach. Dann will es uns scheinen, als hätten wir das Maß des Lebens und der Liebe nicht bis zum Rande gefüllt gehabt, doch keine Reue bringt das Versäumte zurück. Oh, möchte dieses Gefühl uns doch für jeden Augenblick des Glückes eine Lehre sein! Und süßer noch wird die Erinnerung an unsere Mond- und Sonnenjahre, wenn jäher Schrecken sie beendete. Dann erst begreifen wir, wie sehr es schon ein Glücksfall für uns Menschen ist, wenn wir in unseren kleinen Gemeinschaften dahinleben, unter friedlichem Dach, bei guten Gesprächen und mit liebevollem Gruß am Morgen und zur Nacht. Ach, stets zu spät erkennen wir, daß damit schon das Füllhorn reich für uns geöffnet war". Ernst Jünger, Auf den Marmorklippen
Thomas Rettig
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